VIP-USE
Das Projekt VIP-Use ist Teil des Studienverbunds VIP (Videobasierte ambulante Psychotherapie) zur Erforschung digitaler Therapieansätze und Versorgungsformate. Mit dem Projekt VIP-USE untersuchen wir am ERI, wie die videobasierte Psychotherapie im Praxisalltag eingesetzt, wahrgenommen und bewertet wird. Mit VIP-USE widmen wir uns der Frage, wie häufig, unter welchen Bedingungen und mit welchen Einstellungen Videosprechstunden genutzt werden – sowohl während als auch nach der COVID-19-Pandemie. Besonderes Augenmerk gilt dabei den Chancen, Herausforderungen und Erfahrungen, die Psychotherapeut:innen im Umgang mit diesem digitalen Behandlungsformat gemacht haben.
Ziel ist es, evidenzbasierte Empfehlungen für eine langfristige und nachhaltige Integration der Videosprechstunde in die ambulante Versorgung zu entwickeln. Dabei stehen Perspektiven von Psychotherapeut:innen und Patient:innen gleichermaßen im Fokus. Die Studienleitung liegt bei Prof. Dr. Michael Spaeth in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Thomas Berger (Universität Bern). Die Studienkoordination übernimmt M.Sc. Julia Rosenbaum. Das Projekt wird mit Drittmitteln der AOK Sachsen-Anhalt realisiert und in Kooperation mit dem MAPP-Institut durchgeführt.
Veränderungen in der ambulanten Versorgung
Die COVID-19-Pandemie hat die Nutzung videobasierter Behandlungsformate schlagartig in den therapeutischen Alltag gebracht. Was zuvor zögerlich genutzt wurde, wurde zur notwendigen Alternative – mit weitreichenden Folgen für die ambulante Versorgung. Doch wie nachhaltig war dieser Umbruch? Und wie bewerten Psychotherapeut:innen die Videosprechstunde heute? VIP-USE verknüpft quantitative und qualitative Methoden, um die Erfahrungen von Psychotherapeut:innen systematisch zu erfassen. Die Studie VIP-USE besteht aus zwei Teilstudien, die unterschiedliche Aspekte untersuchen.
Datengrundlage für Fortbildungsprogramme
Im ersten Teil der Studie (VIP-USE I) lag der Fokus auf der Erstellung eines Fragebogens zur quantitativen Erfassung von Erfahrungen, Umständen und Hindernissen im praktischen Einsatz der videobasierten Psychotherapie während der COVID-19-Pandemie. Befragt wurden niedergelassene Psychotherapeut:innen in den Ländern der Ostdeutschen Psychotherapeutenkammer (OPK), mit Ausnahme von Berlin. Ziel war es, Erkenntnisse zu gewinnen, die die gezielte Gestaltung von Fortbildungsprogrammen und Unterstützungsmöglichkeiten für Psychotherapeut:innen in Deutschland ermöglichen, um die Verbreitung der videobasierten Psychotherapie effektiver zu gestalten.
Erfahrungen mit videobasierter Psychotherapie
Der zweite Teil der Studie (VIP-USE II) befasst sich mit den Erfahrungen niedergelassener Psychotherapeut:innen im Zusammenhang mit der Videosprechstunde, insbesondere nach dem Ende der Pandemiebeschränkungen. Dabei wird anhand von Interviews und qualitativer Analysen untersucht, ob die Videosprechstunde als gleichwertige Alternative zur Präsenztherapie betrachtet wird und wie sie die ambulante Psychotherapie auf verschiedenen Ebenen verändert.
Digitale Versorgung alltagsnah gestalten
Mit VIP-USE trägt das ERI dazu bei, digitale Behandlungsmethoden wissenschaftlich fundiert in die psychotherapeutische Versorgung zu überführen. Die Studienergebnisse ermöglichen die evidenzbasierte Anpassung von Rahmenbedingungen und helfen dabei, digitale Formate alltagsnah und wirksam zu gestalten.