VIP-Group
Das Projekt VIP-Group ist Teil des Studienverbunds VIP (Videobasierte ambulante Psychotherapie) zur Erforschung digitaler Therapieansätze und Versorgungsformate. Mit dem Projekt VIP-Group erforschen wir die Effektivität videobasierter Gruppentherapie zur Behandlung von Depressionen im ambulanten Setting. Leitend ist dabei die Frage, ob Gruppentherapie per Video eine gleichwertige Alternative zur Behandlung vor Ort darstellt. Besonders interessiert der detaillierte Symptomverlauf der Patient:innen sowie die wahrgenommenen Gruppenwirkfaktoren und wie sich diese in der Videobedingung im Vergleich zur Präsenzgruppe vor Ort verhalten.
Ziel ist es, wissenschaftlich fundierte Empfehlungen zur Integration videobasierter Gruppensettings in die psychotherapeutische Versorgung abzuleiten. Geleitet wird die Studie von Prof. Dr. Michael Spaeth in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Thomas Berger (Universität Bern). Gefördert wird VIP-Group durch Drittmittel der AOK Sachsen-Anhalt. Die Studienkoordination liegt bei Danielle Schewe und Jana Schneider. Das Projekt wird in Kooperation mit dem MAPP-Institut durchgeführt.
Kognitive Verhaltenstherapie im Gruppensetting
Rund 400 erwachsene Patient:innen nehmen an der randomisiert-kontrollierten Studie teil. Im Zentrum von VIP-Group steht eine Therapie mit zwölf Sitzungen, die sich an Erwachsene mit depressiver Episode richtet. Sie erhalten eine kognitive Verhaltenstherapie in Form einer ambulanten Gruppentherapie. In Vorgesprächen wird geklärt, ob Gruppentherapie das passende Format ist – inhaltlich und im Hinblick auf persönliche Ziele und Belastungen. Die Therapie wird entweder in Präsenz oder per Video durchgeführt, bei einer Gruppengröße von etwa sieben Teilnehmenden. Die videobasierte Gruppentherapie beruht auf einem wissenschaftlich fundierten Behandlungsmanual. Die wöchentlichen Sitzungen werden von qualifizierten Therapeut:innen geleitet, die die Gruppen engmaschig begleiten. Neben den Gruppensitzungen stehen die Therapeut:innen bei Bedarf für Einzelgespräche zur Verfügung.
Erkenntnisse für eine moderne Versorgung bei Depressionen
Als erste in dieser Größe angelegte Nicht-Unterlegenheitsstudie zur Wirksamkeit von Gruppentherapie per Video möchten wir Einblicke in die Effektivität und Umsetzbarkeit der videobasierten Gruppentherapie ermöglichen. Diese Ergebnisse können maßgeblich zur Verbesserung der psychotherapeutischen Versorgung von Menschen mit Depression beitragen. Während der Behandlung werden regelmäßig wissenschaftlich validierte Fragebögen eingesetzt, um Verlauf und Wirkung zu erfassen. Im Fokus stehen dabei zentrale Wirkfaktoren der Gruppentherapie, wie z.B. geteilte Erfahrungen, soziale Unterstützung und kollektive Lösungsstrategien. Die Perspektive der Patient:innen ist dabei maßgeblich für die Bewertung der digitalen Gruppentherapie als wirksames Versorgungsangebot. Die Studie liefert somit wichtige Erkenntnisse zur Akzeptanz, Machbarkeit und Effektivität der videobasierten Gruppenpsychotherapie und leistet damit einen Beitrag zur Weiterentwicklung zeitgemäßer, patient:innenorientierter Versorgungskonzepte im Bereich der Klinischen Psychologie.