MHC-HIV

Global Mental Health in Low- and Middle-Income-Countries (LMICs)

MHC-HIV

Das ERI widmet sich mit einem anwendungsorientierten Forschungsschwerpunkt der Verbesserung psychosozialer Versorgung in LMICs (Low- and Middle-Income Countries) in Subsahara-Afrika. Im Fokus stehen kulturell eingebettete Krankheitskonzepte (bspw. Vorstellungen von Hexerei), lokale Theorien mentaler Gesundheit (bspw. die Bedeutung von „innerer Stärke“ und „Willenskraft“) sowie individuelle und strukturelle Bewältigungsmechanismen (bspw. das Aufsuchen von traditionellen Heiler:innen).

Im Projekt MHC-HIV (Creating Mental Health Capacities for Nurses and Reducing Stigma among Hospital Staff for HIV/AIDS Patients in Rural Cameroon Mbouo) werden diese Dimensionen erstmals systematisch im Kontext von HIV/AIDS im ländlichen Kamerun untersucht. Ziel ist es, wissenschaftlich fundierte, lokal anschlussfähige Versorgungsansätze zu entwickeln, die zur Entstigmatisierung und zum Aufbau von psychologischer Versorgung beitragen.

Psychosoziale Versorgung stärken

Das Projekt von Vincent Krenn (Forschungskoordinator am ERI, Gastwissenschaftler der Charité Berlin – Universitätsmedizin Berlin Campus Mitte) und in Kooperation mit dem Protestant Hopîtal Mbouo – gefördert durch die Förderlinie Klinikpartnerschaften – Global (finanziert durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung [BMZ], umgesetzt von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit [GIZ]) – leistet das Projekt MHC-HIV einen Beitrag zum Aufbau psychosozialer Versorgungsangebote für Menschen mit HIV im ländlichen Kamerun.

Mehrdimensionaler Ansatz

Aktuell verfolgt das Projekt vor Ort einen mehrdimensionalen Ansatz psychosozialer Kapazitätsstärkung, d.h. Entwicklung von Wissen, Haltungen und institutionellen Strukturen zur nachhaltigen Förderung psychischer Gesundheit:

  1. Gezielte Anti-Stigmatisierungsinitiativen für HIV/AIDS im Krankenhauskontext,
  2. Weiterbildung von Pflegepersonal und Auszubildenden im Bereich Mental Health
  3. Aufbau einer ambulanten Anlaufstelle für psychische Gesundheit.

Schließung zentraler Versorgungslücken

Das Projekt MHC-HIV setzt auf kultursensible, gemeinschaftsbasierte Ansätze, um die psychosoziale Versorgung von Menschen mit HIV/AIDS im ländlichen Kamerun zu verbessern. Ziel ist es, psychosoziale Bedarfe, Versorgungsbarrieren und kontextspezifische Ressourcen auf individueller, professioneller und institutioneller Ebene zu identifizieren und strukturell zu adressieren. Dadurch trägt das Projekt zur Schließung zentraler Versorgungslücken im Bereich psychischer Gesundheit in Subsahara-Afrika bei und leistet einen Beitrag zur globalen Sichtbarkeit und Systematisierung mentaler Gesundheitsförderung in HIV-bezogenen Versorgungskontexten.