Mentale Gesundheit ist
gesellschaftliches Gut
Mentale Gesundheit ist längst mehr als ein individuelles Anliegen. Sie ist ein zentrales Zukunftsthema. Angesichts globaler Krisen, zunehmender sozialer Ungleichheiten und digitaler Umbrüche wachsen psychische Belastungen weltweit rasant. Vor diesem Hintergrund wird deutlich: Psychische Gesundheit ist ein gesamtgesellschaftliches Gut. Auch die WHO betont die Bedeutung präventiver und therapeutischer Maßnahmen als Schlüssel für Lebensqualität, Produktivität und sozialen Zusammenhalt. Genau hier setzen die psychologische und Psychotherapieforschung am ERI an. Unsere wissenschaftliche Arbeit ist eingebettet in ein dynamisches Netzwerk aus Hochschulen, Versorgungseinrichtungen und Partnerinstitutionen – eng verknüpft mit der akademischen Lehre und der Ausbildung künftiger Psycholog:innen.
Forschungsarbeit
mit hohem Praxisbezug
Unsere Forschungsschwerpunkte sind breit gefächert und umfassen anwendungsorientierte Fragestellungen aus der Klinischen Psychologie, der psychosozialen Versorgung sowie der Psychotherapie. Die Forschungsarbeit am ERI zeichnet sich stets durch einen hohen Praxisbezug, methodische Vielfalt und gesellschaftliche Relevanz aus. Wir entwickeln evidenzbasierte, innovative Ansätze zur psychologischen Prävention, Intervention und Rehabilitation. Ziel ist es Anwendungen zu schaffen, die eine nachhaltige Verbesserung der psychotherapeutischen und psychosozialen Versorgung ermöglichen. Dabei stehen besonders jene Menschen im Fokus, die bislang kaum erreicht werden: vulnerable Gruppen, Kinder und Jugendliche, Menschen in unterversorgten Regionen.
Digitale Interventionen
eröffnen neue Wege
Das 21. Jahrhundert bringt für die Psychologie und Psychotherapie neue Chancen und Herausforderungen mit sich. Wir sind überzeugt: Die Integration moderner Technologien und digitaler Interventionen eröffnet neue Wege in der Psychotherapie und psychosozialen Versorgung. Unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Spaeth, in Kooperation mit Prof. Dr. Thomas Berger von der Universität Bern und mit Drittmitteln der AOK Sachsen-Anhalt, führen wir das Projekt „VIP- Videobasierte ambulante Psychotherapie“ durch. In mehreren Teilstudien (VIP-VR, VIP-Group, VIP-USE) wird untersucht, inwiefern digitale Formate wie videobasierte Einzel- oder Gruppensettings, aber auch Virtual-Reality-Expositionstherapien, einen gleichwertigen oder sogar überlegenen Beitrag zur psychotherapeutischen Versorgung leisten können. Unsere Forschungsergebnisse tragen dazu bei, die Psychotherapie effizienter und patient:innenorientierter zu gestalten. Diese Studien lassen sich dem Studiengangsschwerpunkt in Klinischer Psychologie zuordnen, der seit 2017 am MEU-Studienzentrum gelehrt wird.
Das psychisch gesunde Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen ist ein weiteres Forschungsfeld am ERI, mit Fokus auf wirksame Präventionsmaßnahmen im Bildungssystem. Im Mittelpunkt steht die Förderung von Selbstregulation und emotionaler Kompetenz, Ziel ist es, Interventionsstrategien zu entwickeln und evaluieren, die langfristig exekutive Funktionen und die Emotionsregulation stärken, sodass eine nachhaltig positive Entwicklung der Schüler:innen möglich ist. Unsere Projekte befassen sich u.a. mit der Frage, wie Lehrkräfte, Eltern und schulpsychologische Fachkräfte gemeinsam wirksam werden können, um eine gesunde psychische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu fördern. Dieser Forschungsschwerpunkt steht im Zusammenhang mit den Studiengangsprofilen in Schulpsychologie und Familienpsychologie. Forschungserkenntnisse werden transferiert, die direkt in die pädagogische Arbeit und psychologische Beratung übertragbar sind.
Emotionale Kompetenz fördern –
Kinder nachhaltig stärken
Versorgungsforschung an der Schnittstelle von Medizin und Psychologie ist ein zentraler Schwerpunkt am ERI. Unter der Leitung von Dr. med. univ. Vincent Krenn werden derzeit zwei komplementäre psychosoziale Projekte realisiert: Im Projekt MHC-HIV werden kultursensible Ansätze zur psychosozialen Unterstützung von Menschen mit HIV in ländlichen Regionen Kameruns entwickelt. Ziel ist es, psychische Gesundheitsversorgung zu stärken, Stigmatisierung abzubauen und nachhaltige Versorgungslösungen lokal zu verankern. Das Projekt MI-CARE erforscht die strukturelle Einbindung psychosozialer Betreuung in die chirurgische Versorgung von Patient:innen mit muskuloskelettalen Infektionen. Im Zentrum stehen patient:innenzentrierte Perspektiven, niedrigschwellige Interventionen und die Entwicklung ganzheitlicher Therapiewege. Beide Projekte zielen darauf, Versorgungslücken systematisch zu identifizieren und mit transdisziplinären, praxisnahen Ansätzen zu schließen. Sie sind dem Studiengangsschwerpunkt Public Mental Health zuzuordnen.
Psychosoziale Versorgung
in der Praxis ausbauen
Die Forschung am ERI lebt vom Austausch – zwischen Disziplinen, zwischen Theorie und Praxis. Das ERI ist eng vernetzt mit der DIPLOMA Hochschule, dem MEU-Studienzentrum sowie dem MAPP-Institut (MAPP-Gruppe). Weitere aktuelle Forschungspartner sind u.a. die Universität Bern, die Medizinische Hochschule Hannover und die AOK Sachsen-Anhalt. Diese Kooperationen sichern eine starke Anbindung unserer Forschung an die Versorgungspraxis, Promotionsvorhaben, stärken den wissenschaftlichen Nachwuchs und schaffen Synergien in Lehre und Weiterbildung. Unsere Forschungsprojekte haben einen direkten Einfluss auf die Lebensqualität. Sie stehen exemplarisch für unsere Haltung: Forschung muss konkrete Antworten auf reale Herausforderungen liefern und dabei die Lebensrealität im Blick behalten – wissenschaftlich fundiert, praxisnah und gesellschaftlich wirksam.
Forschung im Dialog –
vernetzt, praxisnah und wirkungsvoll
Aktuelle Forschungspartner
Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg







